12.08.2025 | Lesedauer 5 Min
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Identitätsdiebstahl im Netz: Wenn plötzlich jemand anders Du bist

Stell Dir vor, jemand bestellt in Deinem Namen teure Elektronik, eröffnet ein Konto, schließt Verträge ab oder bittet Deine Freunde bei Facebook um Geld - und Du hast davon keine Ahnung. Erst eine Mahnung oder ein Inkasso-Schreiben macht Dich darauf aufmerksam: Deine Identität wurde gestohlen.

Im Netz reicht oft schon ein Klick, damit Fremde an Deine persönlichen Daten gelangen. Phishing-Mails, Datenlecks oder gehackte Konten sind nur einige der Wege, die Cyberkriminelle nutzen, um sich als jemand anderes auszugeben.

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Wie läuft ein Identitätsdiebstahl ab?

Häufig beginnt der Angriff mit dem Abgreifen von Zugangsdaten. Vielleicht hast Du auf einen Link in einer täuschend echten E-Mail geklickt oder Deine Daten wurden bei einem Hackerangriff auf ein Unternehmen gestohlen. Mit diesen illegal erlangten Zugangsdaten loggen sich die Täter in Deine Accounts ein und übernehmen sie.

Besonders perfide wird es, wenn ein fremder Online-Shopping-Account genutzt wird, um illegale Waren zu verkaufen. Strafrechtlich fällt der Verdacht dann zunächst auf den eigentlichen Besitzer des Accounts, die wahren Täter bleiben oft im Verborgenen.

Doch nicht immer wird ein bestehender Account übernommen. Manche Kriminelle erstellen mit gestohlenen Fotos, Identitäten und weiteren Informationen wie Beruf oder Hobbys einfach neue Konten auf Social-Media-Plattformen. Damit versuchen sie, bei Freunden und Bekannten Vertrauen zu erwecken, an Geld zu kommen oder Schadsoftware zu verbreiten. Die Masche ist immer dieselbe: Sie tun so, als wären sie Du.

Wie kannst Du Dich schützen?

Um Dich präventiv gegen Identitätsdiebstahl zu schützen, ist es wichtig, bei der Registrierung neuer Accounts starke und unterschiedliche Passwörter zu verwenden. Ein Passwort-Manager kann Dir helfen, den Überblick zu behalten. Wo immer es möglich ist, solltest Du die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Veröffentliche nur die Daten und Informationen über Dich, die wirklich nötig sind. Je weniger öffentlich über Dich bekannt ist, desto weniger Angriffsfläche bietest Du. Auch im Alltag solltest Du wachsam sein: Lass Dich beim Eingeben von Passwörtern nicht beobachten. Öffne keine E-Mail-Anhänge, wenn Du den Absender nicht kennst, auch dann nicht, wenn die Nachricht seriös wirkt.

Sei außerdem besonders vorsichtig mit Links, die Dir über Social Media oder Messenger-Dienste geschickt werden und öffne diese im Zweifel nicht. Nutze öffentliche WLANs nur mit Bedacht und halte Deine Geräte und Software durch regelmäßige Updates auf dem neuesten Stand.

Wenn Du das Gefühl hast, dass mit einem Deiner Accounts etwas nicht stimmt, handle schnell: Ändere sofort alle betroffenen Passwörter, informiere Deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei.

Über den Leakchecker der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn kannst Du außerdem kostenlos prüfen, ob Deine Daten bereits veröffentlicht wurden: https://leakchecker.uni-bonn.de

Doch was, wenn es bereits zu spät ist?

Wurde Deine Identität missbraucht, ist schnelles Handeln entscheidend: Informiere Deine Bank, sperre betroffene Konten, widersprich unberechtigten Rechnungen und informiere auch Auskunfteien wie die Schufa.

Besonders wichtig: Ändere Dein E-Mail-Passwort. Wer Zugriff auf Dein Postfach hat, kann oft auch viele andere Dienste übernehmen. Zusätzlich kannst Du Dich von der Verbraucherzentrale beraten lassen, wie Du Deine Rechte durchsetzen kannst. Sie bietet Dir außerdem Musterbriefe für die Kommunikation mit Unternehmen oder zur Korrektur falscher Einträge bei Auskunfteien. Fazit: Vertraue nicht allem, was echt aussieht. Denk lieber zweimal nach, bevor Du klickst oder persönliche Informationen weitergibst.

Dabei ist es hilfreich, sich zu fragen: „Würde ich das auch jemandem erzählen, der mir in der U-Bahn gegenübersitzt?“

Wenn Du bedacht und mit Weitsicht im Netz unterwegs bist, minimierst Du das Risiko, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden.

Eure Vanessa von netGoose